„Religion, die IST“. Ideologie und unreglementierte Erfahrung | Einleitung und erstes Kapitel: „Erschlichene Versöhnung – stillgestellte Vergängnis“

“Religion that already exists.” Ideology and Unregimented Experience | Introduction and First Chapter: “Illicit Redemption, Petrified Transience.” | Devi Dumbadze, Christoph Hesse (eds.) Unreglementierte Erfahrung. Ça ira, Freiburg 2015

„Es handelt sich um »die Religion, die IST«, schreibt Hegel mit beschwingtem Nachdruck in seinem Einleitungsmanuskript zur religionsphilosophischen Vorlesung von 1821. Nichts anderes als die Bestimmung der Realität des ideologisch falschen Bewußtseins spricht diese Formel mit doppelt hervorgehobenem »Ist« aus. Die Religion, freilich allein die vollendete christliche, soll Hegel buchstäblich der sich zum Gegenstand gewordene Geist sein. [...] Diese ›absolute‹ Wahrheit, die Wahrheit an sich zu sein, charakterisiert jedoch das Kapital als das »automatische Subjekt«. Es ist ein sich nur auf sich selbst als auf sein eigenes Anderes beziehender und somit sich allein aus sich selbst heraus entfaltender Prozeß. Seine Akteure läßt dieses gebrochene Subjekt das Wert- und Kapitalverhältnis reproduzieren, ohne daß sie davon etwas wüßten. Ist Logik Geld des Geistes, so das Kapital die absolute Form deren Bewegung.“ 

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